Neuer Kommandowagen für die Feuerwehr Unterlüß feierlich übergeben
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10/23/20264 min lesen


Neuer Kommandowagen für die Feuerwehr Unterlüß feierlich übergeben
Die Stützpunktfeuerwehr Unterlüß hat einen neuen Kommandowagen erhalten. Der geländegängige VW Amarok mit 241 PS, integriertem Löschmodul und umfangreicher Spezialausrüstung ersetzt den bisherigen, 21 Jahre alten Kommandowagen. Bei der feierlichen Übergabe am Freitag, 23. Oktober 2026, im Feuerwehrhaus betonten Bürgermeisterin Katharina Ebeling, Gemeindebrandmeister Henning Sander und Ortsbrandmeister Ralf Hufenbach die Bedeutung der Neuanschaffung für die Sicherheit der Bevölkerung und die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr.
Neben den aktiven Mitgliedern, den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr und der Altersabteilung, nahmen zahlreichen Mitglieder des Gemeindekommandos und befreundeten Wehren sowie Vertreter aus Politik, Verwaltung und Feuerwehrführung und Projektleitung der Fa.Freytag an der Übergabe teil.
Bürgermeisterin Katharina Ebeling begrüßte die Gäste und gab einen Überblick über die Planung und Umsetzung der Ersatzbeschaffung. Der bisherige Kommandowagen war mittlerweile 21 Jahre alt. Ursprünglich war das Fahrzeug von der Deutschen Bahn beschafft worden, um den besonderen Anforderungen durch die Bahnstrecke und die ausgedehnten Waldgebiete rund um Unterlüß gerecht zu werden.
Auch bei der Neubeschaffung mussten diese örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Ein handelsüblicher Pickup erwies sich als nicht ausreichend, weshalb die Entscheidung auf ein speziell für den Feuerwehreinsatz ausgestattetes Fahrzeug fiel. Nach Einholung von zwei Angeboten erhielt die Firma Freytag am 2. September 2025 den Auftrag.
Die Gesamtkosten betragen laut Ebeling 102.221 Euro. Der Landkreis Celle unterstützt die Anschaffung mit einer Zuwendung von 5.000 Euro. Somit verbleiben für die Gemeinde Südheide Kosten in Höhe von 97.221 Euro. Die Bürgermeisterin dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und hob insbesondere die Unterstützung durch Fachbereichsleiter Stefan Isler und Kerstin Hildebrandt aus der Gemeindeverwaltung hervor. Die Investition sei ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung und zur Unterstützung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Abschließend übergab sie glücklich den Fahrzeugschlüssel an Gemeindebrandmeister Henning Sander.
Sander unterstrich anschließend die besonderen Anforderungen, denen sich die Ortsfeuerwehr Unterlüß stellen muss. Er ging in seiner Ansprache auf die Ausstattung des Fahrzeugs ein. Innerhalb der sieben Ortsfeuerwehren der Gemeinde Südheide nimmt sie aufgrund ihrer geografischen Lage eine besondere Rolle ein. Wegen der Entfernung zu den übrigen Standorten müssen die Einsatzkräfte bei vielen Alarmierungen zunächst eigenständig handeln.
Zu den besonderen Gefahrenquellen zählen die weitläufigen Waldgebiete, die stark frequentierte Bahnstrecke sowie das Rheinmetall-Werk. Umso wichtiger sei es, über ein leistungsfähiges und vielseitig nutzbares Führungsfahrzeug zu verfügen.
„Genau deshalb ist diese Ersatzbeschaffung des neuen Kommandowagens kein Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit für den Schutz unserer Bürger und den Erfolg eurer Einsätze“, betonte Sander in seiner Ansprache. Der neue Kommandowagen ist mit einem V6-Dieselmotor mit 241 PS, einer Zehngang-Automatik und Allradantrieb mit Hinterachssperre ausgestattet. Damit eignet sich der Pickup auch für anspruchsvolles Gelände und Einsätze in den umliegenden Waldgebieten.
Eine Besonderheit ist das integrierte Löschmodul mit einem 300 Liter fassenden Wassertank und einer Schnellangriffsvorrichtung mit 40 bar Druck. Damit können die Einsatzkräfte beispielsweise bei Wald- und Vegetationsbränden bereits erste Löschmaßnahmen einleiten, noch bevor größere Löschfahrzeuge an der Einsatzstelle eintreffen. Zur weiteren Ausstattung gehören eine Drohne zur Erkundung der Lage aus der Luft, ein Türöffnungsset sowie akkubetriebene Werkzeuge, darunter ein Trennschleifer und eine Kettensäge. Ergänzt wird die technische Ausrüstung durch eine Seilwinde mit fünf Tonnen Zugkraft. Auch eine Standheizung und ein Navigationssystem sind an Bord. Der Kommandowagen übernimmt damit nicht nur Aufgaben bei der Einsatzführung und Koordination, sondern ermöglicht auch erste Maßnahmen der Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung.
Zum Abschluss seiner Ansprache übergab Sander den Fahrzeugschlüssel an Ortsbrandmeister Ralf Hufenbach. Den Feuerwehrangehörigen wünschte er allzeit gute Fahrt und vor allem, dass sie stets gesund von ihren Einsätzen zurückkehren.
Ortsbrandmeister Ralf Hufenbach zeigte sich erfreut über die Neuanschaffung. Für die Feuerwehr Unterlüß sei der Kommandowagen angesichts der besonderen örtlichen Gegebenheiten weit mehr als ein gewöhnliches Führungsfahrzeug. Er sei ein unverzichtbarer Bestandteil der Einsatztaktik. Neben Brandbekämpfung und technischer Hilfeleistung spielt das Fahrzeug auch bei der Zusammenarbeit mit der Werkfeuerwehr Rheinmetall eine wichtige Rolle. Weitere besondere Anforderungen ergeben sich durch die Bahnstrecke und das Marinesperrzeugamt. Hufenbach bedankte sich bei Bürgermeisterin Ebeling, Gemeindebrandmeister Sander sowie den Verantwortlichen aus Rat und Verwaltung für die Unterstützung. Besonders würdigte er die fachliche Mitarbeit seines Stellvertreters Sebastian Bollmann.
Thomas Schlicht, Leiter der Werkfeuerwehr Rheinmetall und stellvertretender Gemeindebrandmeister der Südheide, gratulierte der Ortsfeuerwehr Unterlüß zur Neuanschaffung. Er betonte die Bedeutung der engen Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren und wünschte den Kameradinnen und Kameraden allzeit gute Fahrt sowie eine gesunde Rückkehr von ihren Einsätzen.
Auch Ulf Heinemann, stellvertretender Kreisbrandmeister des Landkreises Celle und Abschnittsleiter des Brandschutzabschnitts Nord, begrüßte die Investition. Angesichts steigender Anforderungen sei eine moderne und bedarfsgerechte Ausstattung der Feuerwehren unerlässlich. Mit Blick auf die örtlichen Besonderheiten und die Bahnstrecke bezeichnete er den neuen Kommandowagen als wertvolle Ergänzung für die Sicherheit in Unterlüß. Zudem übermittelte er die Grüße des krankheitsbedingt verhinderten Volker Brüssel.
Klaus Werner Bunke, Vorsitzender des Feuerschutzausschusses, verband sein Grußwort mit einer persönlichen Ankündigung. In der kommenden Wahlperiode werde er dem Ausschuss nicht mehr angehören. Als Grund nannte er mögliche Interessenkonflikte im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes und der Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Diesen Schritt bedauere er zwar persönlich, wolle damit jedoch potenzielle Konflikte vermeiden. Den Feuerwehrangehörigen wünschte er weiterhin viel Erfolg und Gesundheit.
Zum Abschluss dankte der stellvertretende Ortsbrandmeister Sebastian Bollmann allen Beteiligten, die an der Planung und Beschaffung des neuen Kommandowagens mitgewirkt hatten. Für ihn sei das Fahrzeug ein echtes Herzensprojekt gewesen, in das viel Zeit und Arbeit investiert worden seien. Sei besonderer Dank galt hier aber Ortsbrandmeister Ralf Hufenbach. Neben der eigentlichen Planung und Beschaffung seien zahlreiche Abstimmungen mit der Gemeindeverwaltung erforderlich gewesen. Auch kleinere Mängel hätten zusätzlichen Aufwand verursacht. Umso größer sei nun die Freude darüber, dass das neue Fahrzeug offiziell übergeben werden konnte.
Mit dem neuen Kommandowagen erhält die Ortsfeuerwehr Unterlüß ein modernes und vielseitig einsetzbares Einsatzmittel, das gezielt auf die besonderen Anforderungen des örtlichen Einsatzgebietes zugeschnitten ist. Die Kombination aus Geländegängigkeit, moderner Führungstechnik, integriertem Löschmodul und umfangreicher Spezialausrüstung schafft zusätzliche Möglichkeiten, bei Bränden, technischen Hilfeleistungen und besonderen Einsatzlagen schnell und wirksam zu handeln.
Nach dem offiziellen Teil klang die Veranstaltung bei einem gemeinsamen Imbiss und netten Gesprächen unter den Gästen aus.
Daniel Schulz FPÖ Feuerwehr Südheide












